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Experteninterview mit Christian Bezdeka von woom

Es wird bei uns bald Zeit für das erste eigene Fahrrad, bisher haben wir ein gebrauchtes vom Cousin im Shuppen, eigentlich ist es schon viel zu klein und daher steht es nun auf der Geburtstagswunschliste des Minis. Ich habe mich mit den Jungs von woom aus Österreich mal, über ihre Räder und ein paar praktische Tipps zum Thema Radfahren lernen unterhalten. Die Sachen mit den hübschen Kinderfahrrädern ist gar nicht so einfach und ich finde woom trifft es da ganz gut, Optik und Qualität zu verbinden und ein 3er Model von woom wäre momentan unsere erste Wahl als Geburstagsgeschenk.

Wofür steht woom? Wer ist woom?

„woooooom“ hat mein Sohn früher sehr oft beim Spielen mit seinen Autos gesagt. Das hat mir gefallen und war ein Grund für die Namensgebung. woom sind Marcus und ich, mit mittlerweile unseren knapp 30 Angestellten und unseren Händlern in fast allen Teilen der Welt. Als Marke haben wir uns darauf spezialisiert das beste Kinderrad zu bauen und sind in dem stetigen Prozess der Verbesserung.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen woom zu gründen?

Marcus und ich haben uns zufällig kennengelernt und ergänzen uns durch unsere unterschiedlichen Professionaltitäten. Marcus ist wirtschaftlich und ich technische versiert. Die Unzufriedenheit über den Kinderradmarkt haben wir geteilt und wir dachten, das können wir besser. Mit der Unterstützung unserer Familien wagten wir die Selbstständigkeit.

Was unterscheidet woom, von anderen Kinderfahrrädern?

Ein Großteil der Kinderräder am Markt ist immer noch deutlich zu schwer und hat unnötige Teile am Rad. Oft sind es geschrumpfte Erwachsenenräder. Diese Räder haben dann meistens ein Geometrie, die nicht auf die Anatomie der Kinder passt. Unsere Räder sind in allen Belangen auf Kinderbedürfnisse angepasst. Wir haben bis jetzt 85% der Radteile mit Hinsicht auf die Bedürfnisse der Kinder entwickelt.

Im Kindergarten habe ich neulich ein Anna und Elsa (Die Eiskönigin)-Fahrrad gesehen. Kinder fahren ja meist auf solche bunten, beklebten Dinge ab, wir als Eltern eher weniger, ihr habt es geschafft einen tollen Kompromiss aus farbenfroh und schlicht zu finden. Was war euch beim Design der Räder wichtig?

Das Eisprinzessinen-Rad verkauft sich wegen der Eisprinzessin, nicht wegen des Rades. Das ist plattes Marketing. Die Lizenzkosten sind enorm, darum bleibt kein Budget für die Herstellung des Rades. Aus diesem Grund sind diese bunt-bedruckten Produkte meist minderwertig gefertigt.

Bei woom interessiert uns die Eisprinzessin wenig.

Wir wollen das bestmögliche Kinderrad machen. Ich habe als externer Designer für SIGG (Kinder-Aluflaschen) und MAM (Babyprodukte) gearbeitet. Dabei konnte ich Erfahrung in der Gestaltung von Kinderprodukten sammeln. Wir haben bei woom das Kind mit seinen Bedürfnissen im jeweiligen Alter im Fokus. Das erkennen auch die Kinder auf den ersten Blick. Ich denke das macht die Schönheit eines woom Bikes aus. Da reicht dann auch eine schlichtes rot/weiß.

Worauf sollte man beim Kinderfahrradkauf besonders achten?

Die Kinder sollten sich vor allem wohl auf dem Rad fühlen. Nur so haben sie Spaß am Fahren. Das fördert dann auch nachhaltig.

Ihr habt ein upCYCLING Programm entwickelt, was genau bedeutet das?

Mit dem Erwerb der Mitgliedschaft kann man über alle Radgrößen immer nach Erwerb des neuen Rades das gebrauchte Rad an uns zurückschicken. Wir schreiben dann 40% des Kaufpreises des gebrauchten Rades gut. Diese Räder werden von uns dann überholt und gebraucht verkauft.

Es gibt inzwischen auch größere Räder, aber auch Laufräder – wollt ihr irgendwann auch für Erwachsene Fahrräder entwickeln?

Nein, wir kümmern uns um die Kinderbikes. Da gibt es viel zu tun.

Sehr cool finde ich auch eure passende woom 1 Tasche, in der man sich das Laufrad einfach über die Schulter hängen kann, wenn der Mini nicht mehr laufen mag. Tolle Idee! Was inspiriert euch zu solchen besonderen Ideen?

Schwer zu sagen woher die Ideen kommen. Als professioneller Kreativer lernt man die Quellen der Inspiration zu kultivieren. Dann sprudeln die Ideen fast von selber. Aber mal im Ernst. woom ist das Ergebnis einer fast ununterbrochenen Auseinandersetzung mit dem Thema Kind und Radfahren. Da stecken viele, viele Stunden harter Arbeit drinnen.

Jetzt noch eine praktische Frage, habt ihr Tipps, wie man Kindern das Radfahren am sichersten beibringt? Stützräder sind heute ja gar nicht mehr angesagt.

Am Besten sucht man sich ein abschüssiges Stück unbefahrener Straße. Den oder die Fahrer/in nur an der Schulter unterstützen. Auf gar keinen Fall in den Lenker greifen. Sobald etwas Schwung erreicht ist, kann man die Unterstützung lösen. Vor allem wenn Kinder Laufraderfahrung haben, haben sie den schwierigsten Teil bereits drauf – das Gleichgewicht halten. Meistens geht das mit dem Radfahren dann recht fix.

6 Comments

  • Reply
    Karin
    23. Juli 2017 at 17:04

    Wir befinden uns derzeit auch in der Radfahr-Lernphase und ich kann wärmstens die Weste von first biker® empfehlen. Die Weste hat hinten einen Sicherheitsgriff, an dem man die Kids sehr gut festhalten und lenken kann. Zusätzlich kann man den eigenen Rücken schonen.

    • Reply
      Kerstin
      23. Juli 2017 at 18:06

      Klingt spannend. Das schaue ich mir mal an.

  • Reply
    Anna
    23. Juli 2017 at 17:38

    Hi, schau dir mal noch das Early Rider an, das ist auch sehr toll. Habe ich leider erst entdeckt als wir ein kokua auch schon hatten. Die sind aber auch top, nur nicht ganz so stylisch. Lg anna

    • Reply
      Kerstin
      23. Juli 2017 at 18:06

      Ja, die kenne ich. Die sehen toll aus!

  • Reply
    Miriam
    24. Juli 2017 at 11:45

    Ich find es toll, dass es mittlerweile so leichte Fahrräder gibt. Meine fährt auf nem sau schweren geerben Puky – ich meine das Teil wiegt fast 10kg und meine Tochter gerade knapp 14 – weiß nicht was sich die Macher dabei gedacht haben. Die Handbremse ist so groß, dass sie sie nicht greifen kann….
    Mein Neffe hat das Woom 3 – ich will mir mir aber das Kubikes 16 mal angucken, das gibt es hier in nem Fahrradladen vor Ort. Das hätte den Vorteil, dass es bei ihren 98cm jetzt schon ginge aber trotzdem lange passt. Das Woom 2 hat halt immer noch nur 12″ und passt im schlimmsten Fall nur 1 1/2 Jahre und das 3er wird noch ne ganze Weile nicht passen…

    • Reply
      Kerstin
      29. Juli 2017 at 13:59

      Die Kubikes kannte ich gar nicht, sehen aber auch toll aus und das Gewicht spielt wirklich eine große Rolle!

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