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Campen mit Kindern – Tina ist da Profi

Ein Interview mit einer Familie, die ein Jahr mit dem Wohnmobil durch Europa gereist ist und die darüber nun ein Buch geschrieben hat. Unser erster Campingurlaub liegt inzwischen hinter uns und ich muss sagen, es war nicht so wie ich es mir immer vorgestellt habe. Wir waren vielleicht noch zu umentspannt. Daher habe ich Tina von Ourlifeisbetteroutside gefragt, die das ganze 1 Jahr lang mit ihren 2 Jungs und ihrem Mann gemacht hat.

Liebe Tina, schön, dass du da bist! Bitte stelle dich doch meinen Lesern kurz vor.

Hallo :) Ich bin Tina, 37, Mama von zwei Jungs. Ich komme gebürtig aus Aschaffenburg habe aber die letzten Jahre mit meinem Mann und den Kindern in Hamburg gewohnt. Ich arbeite selbstständig als Virtuelle Assistentin und habe vor Kurzem mein erstes Buch veröffentlicht. Vor zweieinhalb Jahre haben wir entschieden eine einjährige Reise mit dem Camper durch Europa zu machen und haben unser Leben in Hamburg weitestgehend aufgegeben. 

Ich finde es großartig was ihr gemacht habt, wir hängen zu sehr an unserem festen Zuhause, daher könnte ich mir das nie vorstellen, aber ich habe auch das Gefühl, dass meine Kinder bei so einer langen Reise nicht begeistert wären, ihre Freunde so lange zurück zu lassen. Wie war das bei euch?

Als wir losgefahren sind, waren die Jungs 2 und 5 Jahre alt. Für den Kleinen war das also noch nicht wirklich ein Thema. Der Abschied im Kindergarten für den Fünfjährigen war schon nicht einfach – tatsächlich für uns alle, da wir uns in der Einrichtung super wohlgefühlt haben. Aber auch das gehört eben mit dazu. Wir haben uns viel Zeit genommen und mit ihm darüber gesprochen und am letzten Tag sind wir mit unserem Camper zum Kindergarten gefahren und er konnte allen seinen Freunden zeigen, wo und wie wir die nächsten Monate leben werden. Wir haben großes Glück, da die Kinder unser Wohnmobil wirklich sehr lieben und es schnell als „neues Zuhause“ akzeptiert wurde. 

Ihr seid nach eurer Reise in Portugal gestrandet und lebt jetzt dort. Wie kam es dazu?

Wir hatten eigentlich nie den Plan oder den Traum im Ausland zu leben. Durch die Reise haben wir aber schnell gemerkt, wie gerne wir eigentlich in der Natur sind und natürlich auch am Meer. Ausschlaggebend war dann eigentlich das Thema Einschulung, das unmittelbar nach Ende unserer Reise anstand. Die Vorstellung, dass Emil in eine Schule mitten in Hamburg gehen wird, mit Hunderten von anderen Kindern und wenig Zeit im Freien wurde immer abstruser, je länger wir unterwegs waren. In Portugal haben wir uns schnell total wohlgefühlt, Anschluss gefunden und eine kleine alternative Schule entdeckt, die uns super gut gefallen hat. Dann kam Corona und für uns ging es erst mal wieder zurück nach Hamburg. Allerdings hat sich dadurch auch für meinen Mann ein ortsungebundenes Arbeiten ergeben und als dann die Zusage von der Schule in Portugal kam war klar, dass wir es ausprobieren wollen.

Was war das schönste an eurer Reise?

Das ist schwer, in einem Jahr ist wirklich viel passiert! Weihnachten in Marokko war auf jeden Fall ein Highlight, unserer Zeit in Nordspanien und natürlich Portugal. Emil hat schwimmen gelernt, Anton Fahrrad fahren. Wir haben wahnsinnig viele tolle Leute kennengelernt. Menschen, mit denen wir jetzt immer noch sehr viel Kontakt haben und die mittlerweile zu unseren engen Freunden zählen. Klar mag man denken, das Beste an so einer Reise ist ständig an wunderschönen neuen Plätzen zu sein. Die Welt zu sehen und zu erkunden, frei zu sein und wenn man möchte jeden Tag surfen zu gehen. Das ist auch alles ganz sicher richtig toll und wir haben es sehr genossen, für uns ist es im Nachhinein aber etwas anderes. Das Beste an unserer Reise war tatsächlich irgendwann unterwegs festzustellen, dass wir Zeit haben. Zeit für uns, Zeit für die Kinder und vor allem Zeit für unseren Alltag als Familie.

Wie habt ihr es geschafft auf so engem Raum zu viert gut auszukommen, wenn das Wetter schlecht war?

Unser Camper ist recht groß, allerdings sind es natürlich trotzdem nur 13 qm, die wir zur Verfügung hatten. Allerdings hatten wir echt Glück und wenige wirkliche Regentage. Wenn es dann doch mal so war, haben wir die Tage meist genutzt entweder um weiterzufahren oder für organisatorische Dinge, also einen großen Einkauf oder Besorgungen, die anstanden. Wir hatten viele Bücher und Hörspiele dabei und natürlich Mal – und Bastelkram, damit lässt sich die Zeit gut überbrücken und um ehrlich zu sein, sind mir diese „schlecht-Wetter-Tage“ in ziemlich guter Erinnerung geblieben. Es kann schon auch echt gemütlich sein im Camper, wenn der Regen aufs Dach prasselt. Das geht dann mal für ein oder zwei Tage, ansonsten wurde es auch bei uns schnell eng und anstrengend. Gute Regenkleidung ist also auf jeden Fall bei so einem Trip absolut zu empfehlen damit man auch bei jedem Wetter raus gehen kann.

Was ist dein persönliches Camper Musst Have, was darf auf keinen Fall fehlen auf Reisen?

Das ist ziemlich einfach, würde aber vermutlich jeder aus unserer Familie anders beantworten. Für mich war es ganz klar uns kleiner Handstaubsauger. Der Sand im Camper ist einfach überall und war mein persönlicher Endgegner ;) 

Liebe Tina, ich dank dir für das Interview. Ich bin mir sicher, wir werden im nächsten Jahr weiter in das Campingabendteuer eintauchen. Und ich glaube für unsere Unentspanntheit hat auch ein wenig der viele Regen gesorgt – vielleicht fahren wir doch auch nach Portugal mit unserer wilden Hilde.

Für alle, die das Thema spannend finden und für die, die tolle Stellplätze in Europa suchen, denen kann ich Tinas Buch empfehlen.

OUR LIFE IS BETTER OUTSIDE Über das Glück als Familie im Camper zu reisen Von Tina Jacobsen

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